Zugunglück Hordorf: Zwei Signale überfahren – HEX-Lokführer verhinderte Schlimmeres

Nach dem Zugunglück in Sachsen-Anhalt werden die Vorwürfe gegen den Lokführer des Güterzugs immer lauter. Medienberichten zufolge ignorierte er zwei Haltesignale. Der Lokführer des Regionalzuges soll kurz vor seinem Tod eine noch größere Katastrophe verhindert haben.

Am späten Samstagabend war der Harz-Elbe-Express (HEX) zwischen Magdeburg und Halberstadt auf eingleisiger Strecke frontal in den Güterzug geknallt. Zehn Menschen starben dabei, 23 wurden schwer verletzt. Wie die „Bild“ jetzt berichtet, hat der Güterzug-Fahrer vor dem Zusammenstoß zwei Haltesignale missachtet hat. „Der Anfangsverdacht stützt sich unter anderem auf die Aussage eines Zeugen und stellt darauf ab, dass der Lokführer möglicherweise ein Haltesignal überfahren haben könnte“, erklärt Oberstaatsanwältin Silvia Niemann. Der Bericht an den Verkehrsausschuss bestätigt die Aussage. „Der Güterzug passierte aber sowohl das Einfahrtsvorsignal in der Stellung „Halt erwarten“ sowie das anschließende Halt zeigende Hauptsignal B, ohne diese zu beachten, und hat die für die Zugfahrt des HEX 80876 eingestellte Weiche aufgefahren.“ Gegen den Lokführer des Güterzuges hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen. Es besteht ein Anfangsverdacht wegen fahrlässiger Körperverletzung, fahrlässiger Tötung und der Gefährdung des Bahnverkehrs.

Der Lokführer der HEX wird drei Tage nach dem verheerenden Unglück noch zu so etwas wie einem Helden. Denn wie das Blatt weiter berichtet, hat er kurz vor dem Zusammenstoß mit dem Güterzug noch eine Notbremsung eingeleitet. Damit konnte Schlimmeres verhindert werden. Wie ein Bericht belegt, hat Maik J. den Personenzug von ca. 98 km/h auf ca. 66 km/h beim Zusammenstoß abgebremst.

Bild von valentin.d

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