Winnenden-Prozess: Vater von Tim K. zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt

Der 52-jährige Vater von Amokläufer Tim K. (†17) ist rund zwei Jahre nach dem Blutbad von Winnenden zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Auf der Anklagebank verharrte der Angeklagte nahezu regungslos und hörte sich zweieinhalb Stunden lang die Urteilsbegründung an.

Somit bleibt das Gefängnis Jörg K. erspart, doch frei sein wird er wahrscheinlich nie. Denn „die soziale Isolierung wirkt wie ein Gefängnis“, so Reiner Skujat, Vorsitzender Richter am Landgericht Stuttgart. Für die Schuld, der „Vater eines Massenmörders“ zu sein, gibt es keine Bewährungsstrafe. Diese muss der Vater des Amokläufers ein Leben lang mit sich herumtragen.

Der Richter sah es als erwiesen an, dass Jörg K. sich der 15-fachen fahrlässigen Tötung sowie 14-fachen fahrlässigen Körperverletzung und des fahrlässigen Überlassens einer erlaubnispflichtigen Waffe an Unbefugte strafbar gemacht hatte. Im Gegensatz zum Großteil der Verhandlungstage war der Angeklagte bei der Urteilsverkündung anwesend.

Sein 17-jähriger Sohn, Tim K., hatte am 11. März 2009 in seiner früheren Realschule in Winnenden und bei seiner Flucht nach Wendlingen 15 Menschen und anschließend sich selbst erschossen.

Bild von dierk schaefer

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