WikiLeaks deckt Willkür in Guantánamo auf

Einer neuen Enthüllung der Internetseite WikiLeaks zufolge sind im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba jahrelang zahlreiche Unschuldige festgehalten worden. Die Dokumente, die von mehreren europäischen als auch US-Medien veröffentlicht wurden, zeigen, dass Insassen ohne jegliches Verfahren und stichhaltige Beweise einsitzen mussten. Zudem ist aus den Dokumenten so entnehmen, dass dutzende Häftlinge trotz ihrer Einstufung als „hochgefährlich“ entlassen wurden.

Unter Berufung auf die in den Dokumenten zitierten US-Militäranalysten berichtete der britische „Daily Telegraph“, dass nur 220 der 779 Insassen von Guantánamo als gefährliche Extremisten galten. Demnach seien rund 380 Häftlinge als „Fußsoldaten“ niedrigeren Ranges eingestuft worden. Sie standen etwa der radikal islamistischen Taliban nahe. Den Dokumenten zufolge handelt es sich bei mindestens 150 Häftlingen jedoch um unschuldige Afghanen und Pakistani, darunter auch Fahrer und Bauern.

Auf der anderen Seite berichtete allerdings die „New York Times“, dass rund ein Drittel der in Drittländer oder in ihre Heimat gebrachten Insassen von Guantánamo vor der Entlassung als „gefährlich“ eingestuft worden seien. Dabei schildert das Blatt den Fall des Terrorverdächtigen Abu Sufian bin Kumu. Er soll in Afghanistan an der Seite der Taliban gekämpft haben und mittlerweile Rebellen in Libyen im Kampf gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi ausbilden. Derweil bezeichnete die US-Regierung die Veröffentlichung als „unglücklich“.

Bild von The National Guard

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