Wehmut an der NYSE – Deutsche Börse berät am Dienstag über Fusion

Diese Nachricht war noch vor ein paar Jahren undenkbar – die Deutsche Börse würde tatsächlich ins Auge fassen, die New York Stock Exchange zu erobern. Nicht nur die Börsianer in den USA müssen sich aber mit dem Gedanken anfreunden, dass die Börsen wohl fusionieren werden. Dabei wird die Deutsche Börse sogar die Mehrheit haben. Die Ostküste in den Vereinigten Staaten ist in Aufruhr versetzt. Vor allem an dem Gedanken, dass die „kleine“ Deutsche Börse die „große“ Wall Street erobern will, stört man sich.

Plötzlich wird sich wieder an die Platane erinnert. Der Baum, der im Jahre 1792 an der Wall Street in New York stand. An einem Tag im Mai sollen sich darunter 24 Kaufleute versammelt haben, um die ersten Wertpapiere untereinander auszutauschen. Damals waren es Kontrakte auf Getreide und Vieh. Auf 0,25 Prozent des Werts hatte man sich zu jener Zeit als Provision für die Dienste geeinigt. Festgehalten wurde das im „Buttonwood-Abkommen“.

Am Dienstag wird sich der Aufsichtsrat der Deutschen Börse zusammensetzen und über die Fusion beraten. Danach werden weitere Einzelheiten bekannt. Erst dann wird klar sein, wie die künftige Machtverteilung aussieht. Mit einer Fusion wird der mit Abstand größte Börsenbetreiber der Welt entstehen. Denn dann würden 3450 Unternehmen mit einem Wert von sagenhaften 18,6 Billionen Dollar gehandelt werden. Das entspricht fast 40 Prozent des globalen Aktienhandels an klassischen Börsen.

Bild von rolfkleef

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • StumbleUpon
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Yahoo! Buzz
  • Twitter
  • Google Bookmarks

Kommentar verfassen