Uni Bayreuth: Karl-Theodor zu Guttenberg täuschte vorsätzlich – CSU hält an ihm fest

Die zuständige Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ ist nach rund dreimonatiger Prüfung der Arbeit von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zu dem Schluss gekommen, dass der 39-Jährige bei seiner Doktorarbeit vorsätzlich getäuscht habe. Das teilte die Universität Bayreuth am gestrigen Freitag mit. Trotzdem hält die CSU weiter an ihm fest.

Ihren 40-seitigen Abschlussbericht hatte die Kommission in dieser Woche fertiggestellt. In diesem Bericht heißt es: „Nach eingehender Würdigung der gegen seine Dissertationsschrift erhobenen Vorwürfe stellt die Kommission fest, dass Herr Freiherr zu Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat.“ Demnach finden sich über die gesamte Dissertation verteilt Stellen, die als Plagiat zu qualifizieren seien. Wie zudem mitgeteilt wurde, werde dies besonders anhand der verwendeten Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages deutlich. „Guttenberg habe sich immer wieder die Autorschaft angemaßt, was bewusstes Vorgehen voraussetzt“, urteilt die Kommission. Hochschulpräsident Rüdiger Bormann und der Kommissionsvorsitzende Stephan Rixen wollen den vollständigen Bericht am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vorstellen. Zudem soll er gleichzeitig ins Internet gestellt werden. Demnach habe der ehemalige Verteidigungsminister mit seiner Zustimmung zur Veröffentlichung einen „entgegenkommenden Verzicht auf seine Persönlichkeitsrechte im Interesse der Aufklärung des Sachverhalts zum Schutze des Ansehens der Universität“.

Seine Partie will aber offenbar weiter zu ihrem ehemaligen Vorzeige-Politiker halten „Karl-Theodor zu Guttenberg hat Fehler eingestanden und die stärkste Konsequenz daraus gezogen“, erklärte ein Mitglied der CSU-Führung gegenüber der „Berliner Morgenpost“. Demnach ändere die Stellungnahme der Universität nichts am Verhältnis der Partei zu Guttenberg. „Wenn er zurückkehren will, kann er das.“ Die Uni Bayreuth katte nach Bekanntwerden der Vorwürfe Guttenberg am 23. Februar auf seinen Wunsch hin den Titel aberkannt. Der 39-Jährige legte dann am 1. März sein Amt auf massiven Druck von Politik und Wissenschaft nieder. Guttenberg selbst räumte gravierende Fehler ein. Allerdings wies er die Plagiatsvorwürfe als „abstrus“ zurück.

Bild von Bundeswehr-Fotos

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • StumbleUpon
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Yahoo! Buzz
  • Twitter
  • Google Bookmarks

Kommentar verfassen