Trotz Katastrophe um AKW Fukushima: Japans Regierung hält an Kernenergie fest

Während aufgrund der Katastrophe um das AKW Fukushima in Deutschland über eine Energiewende diskutiert wird, scheint das in Japan nicht in diesem Ausmaß der Fall zu sein. Die japanische Regierung will nach der Havarie im Kernkraftwerk Fukushima nun zwar ihre Energiepolitik überarbeiten, hält aber grundsätzlich an der Kernenergie fest.

Yoshito Sengoku, stellvertretender Chefsekretär des Kabinetts, erklärte gegenüber dem Rundfunksender „NHK“, sie sei Teil der nationalen Energiepolitik. Demnach existieren keine weiteren Pläne, zusätzliche Reaktoren neben denen im Atomkraftwerk Hamaoka stillzulegen. Am Freitag hatte Ministerpräsident Naoto Kan aufgrund des großen Erdbeben- und Tsunami-Risikos den Kraftwerksbetreiber in Hamaoka aufgefordert, die Reaktoren abzuschalten. Das sollte solange geschehen, bis zusätzliche Schutzmaßnahmen getroffen werden können.

Indes wurde erneut eine Panne um das AKW Fukushima bekannt. Denn erst jetzt wurde damit begonnen, die rund 800 Arbeiter regelmäßig medizinisch zu untersuchen. Japanische Medien berichteten unter Berufung auf den Betreiber Tepco, dass der Grund für die späte Untersuchung der Arbeiter eine Anordnung des Gesundheitsministeriums sei. Demnach würden Untersuchungen erst nach Ende der Krise verlangt. So sollen von den hunderten Arbeitern 30 einer Strahlendosis von über 100 Millisievert ausgesetzt gewesen sein, hieß es weiter. In Deutschland liegt die gesetzliche Höchstdosis für Menschen, die beruflich radioaktiver Strahlung ausgesetzt sind, bei 20 Millisievert pro Jahr. Für das ganze Leben sind 400 Millisievert erlaubt.

Bild von Newtown grafitti

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • StumbleUpon
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Yahoo! Buzz
  • Twitter
  • Google Bookmarks

Kommentar verfassen