Transrapid-Unfall: Prozess gegen Fahrdienstleiter beginnt

Ein erneuter Prozess um Transrapid-Unglück startet. Denn ab Donnerstag müssen sich zwei Mitarbeiter der Transrapid-Versuchsanlage im emsländischen Lathen wegen des Unglücks mit 23 Toten vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Den beiden Fahrdienstleitern wird durch die Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung in 23 Fällen und fahrlässige Körperverletzung in elf Fällen vorgeworfen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sind die beiden 61 und 52 Jahre alten Männer für den Unfall verantwortlich, da sie die Fahrt für den Transrapid freigaben, obwohl sich ein Wartungsfahrzeug auf der Strecke befand. Ein Prozess gegen die beiden Angeklagten war unter anderem bislang nicht möglich, da sie nach dem Unglück aus gesundheitlichen Gründen als nicht verhandlungsfähig galten.

Bei dem Unfall starben 23 Menschen, elf weitere wurden verletzt. Die Anklage wirft einem der beiden Fahrdienstleiter vor, dass er bei der Freigabe den Werkstattwagen nicht beachtet hat. Der zweite Angeklagte sollte ihn eigentlich überwachen. Der Staatsanwaltschaft zufolge hat er offensichtlich versagt. Warum und weshalb die beiden Angeklagten in der Situation der Fahrtfreigabe abgelenkt waren, ist bisher nicht bekannt. Der Wartungswagen fuhr jeden Morgen die Strecke für eine Kontrollfahrt ab, bevor der Transrapid seine täglichen Runden drehen konnte.

Der Test-Transrapid war am 22. September 2006 mit einer Besuchergruppe in den 40 Tonnen schweren Werkstattwagen gerast. Der Magnetzug prallte dabei mit Tempo 170 auf das Hindernis.

Bild von dierk schaefer

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