Thilo Sarrazin: In der SPD wächst der Unmut über die Entscheidung

Unlängst wurde bekannt, dass der umstrittene Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin weiter in der SPD bleibt. Man beschloss, das Ausschlussverfahren nicht weiter zu verfolgen. Indes wächst bei den Sozialdemokraten der Unmut über die Entscheidung der Parteispitze.

Gegenüber „Spiegel Online“ erklärt der SPD-Landeschef Nils Schmid am Dienstag: „Unsere mühselig aufgebaute Verankerung in der Einwanderer-Community droht Schaden zu nehmen. … Seit 150 Jahren kämpfen wir darum, dass soziale Herkunft kein Schicksal sein darf“. Nach Meinung des SPD-Landeschefs stellt der Ex-Bundesbanker dies „mit seinen biologistischen Thesen massiv infrage“. Zudem zerreiße er mit seinem Buch alle integrationspolitische Grundsätze der Partei. Aufgrund der umstrittenen Integrationsthesen sollte Sarrazin aus der SPD ausgeschlossen werden. Landes- und Bundespartei zogen genauso wie weitere Beschwerdeführer ihrer Ausschlussanträge aber zurück, nachdem der Ex-Bundesbanker in einer Erklärung die Vorwürfe als Fehlinterpretation zurückgewiesen hatte. Sarrazin hatte erklärt, er habe keine sozialdemokratischen Grundsätze verletzen oder Migranten diskriminieren wollen.

An diesem Dienstag will die Spitze der Berliner SPD in einer Sondersitzung über die Lage nach dem heftig umstrittenen Ende des Verfahrens beraten.

Bild von oparazzi photos

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