Tausende Patienten beschweren sich wegen möglicher Behandlungsfehler

Immer mehr Patienten beschweren sich über Behandlungsfehler ihrer Ärzte. Die Bundesärztekammer teilte am Dienstag in Berlin mit, dass im vergangenen Jahr insgesamt 11.016 Anträge auf Schadensersatz bei den Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen eingegangen seien.

Das waren 44 Beschwerden mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu vor zehn Jahren entspräche dies einer Steigerung von zehn Prozent. Zudem teilte man mit, dass in rund 30 Prozent der Fälle die Versicherten Recht bekamen. Demnach wurden von den bearbeiteten 7355 Anträgen 2199 Mal ein Behandlungsfehler oder eine ungenügende Risikoaufklärung nachgewiesen. Wie die Bundesärztekammer weiter mitteilte, führte falsche ärztliche Behandlung in 1821 Fällen zu einem Gesundheitsschaden, der wiederum eine Entschädigung rechtfertigte. Knie- und Hüftgelenksoperationen boten mit 562 Anträgen den häufigsten Anlass für Beschwerden. Den Medizinern konnte in 109 Fällen hier ein Fehlverhalten nachgewiesen werden. Jährlich beanstanden Patienten in rund 40.000 Fällen ihre Behandlung bei Schlichtungsstellen, Gerichten, dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen und Haftpflichtversicherern. Laut Bundesärztekammer kommt es pro Jahr zu rund 17,2 Millionen Behandlungen im Krankenhaus, mehrere Hundert Millionen Mal gehen Patienten zum niedergelassenen Arzt.

Die 1975 bei den Ärztekammern eingerichteten Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bieten durch unabhängige Experten eine Begutachtung sowie eine außergerichtliche Streitschlichtung an. In 90 Prozent der Fälle werden die Entscheidungen von beiden Parteien akzeptiert.

Bild von a.drian

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Comments

  1. Zur hohen Dunkelziffer falscher Diagnosen gehören auf jeden Fall MCS- und KPU-Patienten. Ärzte haben überhaupt kein Interesse, diesen Betroffenen zu helfen. Frei von Arztfehlern wäre es nämlich, wenn MCS (Multiple Chemische Sensitivität) und KPU (Kryptopyrrolurie) nicht mehr in die Psycho-Ecke geschoben, sondern vernünftig behandelt werden. Aber davon können KPU- und MCS-Betroffene wohl noch lange träumen und werden weiterhin diskriminiert…

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