Suchtexperten warnen vor Hirndoping mit Medikamenten

Da der Leistungsdruck fast überall steigt, greifen auch gesunde Menschen immer häufiger zu Arzneimitteln. Daher warnen Suchtexperten vor dem Missbrauch von Medikamenten, um die Leistung des Gehirns zu steigern.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) teilte am Montag in München mit, dass angesichts des wachsenden Erfolgsdrucks in Ausbildung, Beruf und Schule viele Menschen bereit seien, zu einer leistungssteigernden Pille zu greifen. Dies sei aber ein Irrweg. Denn Antidepressiva und Medikamente gegen Demenz oder das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) seien Arzneimittel zur Linderung oder Heilung von Krankheiten. „Hirndoping ist die Einnahme chemischer Substanzen und im Vergleich zur Anwendung anderer Neurotechnologien einfach anwendbar und schnell verfügbar“, erklärte DHS-Geschäftsführer Raphael Gaßmann in einer Mitteilung. „Der Missbrauch verschreibungspflichtiger Medikamente ist der Versuch, noch den absurdesten Leistungsanforderungen gerecht zu werden.“

Dabei führt die Einnahme der Medikamente nicht zum erwünschten Ziel, so Prof. Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen. „Die Einnahme führt bei Gesunden nachweislich weder zu gewünschter Stimmungsaufhellung noch zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, eher erreichen sie die Verringerung von Leistungsfähigkeit und Aktivität“, erklärte Glaeske. Zudem weisen die stimulierenden Wirkstoffe Methylphenidat und Modafinil neben anderen unerwünschten Nebenwirkungen ein hohes psychisches Abhängigkeitsrisiko auf, so Glaeske weiter.

Die Experten raten daher, nach Alternativen zu suchen, um sein Wohlbefinden zu steigern. Dem Alltag würde man durch ausreichend Schlaf, Denksport oder eine gute Organisation am Arbeitsplatz Struktur geben.

Bild von weisserstier

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