Siemens muss mehr als eine halbe Milliarde Euro an Ex-Partner Areva zahlen

Siemens hat vom Internationalen Schiedsgericht eine hohe Rückzahlung an seinen ehemaligen Kernkraftpartner Areva aufgebrummt bekommen. Gegenüber den Franzosen habe der Konzern seine vertraglichen Pflichten im Rahmen des Reaktor-Joint-Ventures Areva NP nicht vollständig erfüllt. Das teilte Siemens unter Berufung auf den Entscheid am Donnerstagabend mit.

Siemens müsse daher 648 Millionen Euro plus Zinsen an Areva zurückerstatten, hieß es weiter. Der Konzern hatte zuletzt für seinen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen aus Paris rund 1,6 Milliarden Euro erhalten. Finanzchef Joe Kaeser muss nun gemäß dem Gerichtsentscheid einen ordentlichen Teil im laufenden Quartal zurückzahlen. Das Schiedsgericht stutzte zudem das umstrittene Wettbewerbsverbot zwischen den beiden Großkonzernen zurück. Eigentlich hatten die Münchner und Areva vereinbart, sich acht Jahre lang nach dem Ende der Kooperation keine Konkurrenz beim Bau von Atomkraftwerken zu machen. Die Zeit wurde von dem Schiedsgericht auf vier Jahre verkürzt.

Im April 2009 hatte Areva das Schiedsgerichtsverfahren angestrengt, nachdem Siemens seinen Ausstieg angekündigt hatte. Der Konzern wollte damals mit der russischen Rosatom ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau von Reaktoren eingehen.

Bild von surber

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