Portugal beantragt Finanzhilfen bei der Europäischen Union

Nun also doch: Portugal beantragt als nächstes Land Finanzhilfen bei der Europäischen Union. Am gestrigen Abend erklärte der geschäftsführende Ministerpräsident José Sócrates im Fernsehen, dass die Regierung die EU-Kommission um Hilfe gebeten habe, um die Finanzierung der Wirtschaft sicherstellen zu können. Demnach wird er nun versuchen, für Portugal die bestmöglichen Bedingungen auszuhandeln.

Sócrates machte zur Höhe der benötigten Hilfe keine Angaben. Unlängst hatte Jean-Claude Juncker erklärt, dass er 75 Millionen Euro für angemessen halte. Der Deutsche Steuerzahler haftet bei Hilfen, die ein verschuldeter Staat aus dem Euro-Rettungsschirm bekommt, am Ende mit 30 Prozent. Portugal ist nun nach Irland und Griechenland das dritte Land, dass seine Schulden nicht mehr bezahlen kann. Lange hatte man sich gegen die Hilfen gewährt, da diese mit scharfen Auflagen verbunden sind.

Ministerpräsident Sócrates war erst am 25. März zurückgetreten und ist nur noch geschäftsführend Amt. Sócrates entschied sich zu diesem Schritt, nachdem seine Minderheitsregierung für ein Sparpaket keine Mehrheit im Parlament gefunden hatte.

Bild von José Goulão

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