Neuer Bayern-Sportboss: Sieger-Sammer wird Münchens Motzki

1. Münchens Motzki: Wenn Christian Nerlinger in den Medien räsonierte, klang seine Entrüstung immer auswendig gelernt und provinziell. Das Bayern-Urgestein nahm zwar rein gewichtsmäßig sehr schnell das Format von Uli Hoeneß an, was seinen Job angeht, war der einstige Mittelfeldspieler immer nur eine schlechte Kopie des Bayern-Rumpelstilzchens. Matthias Sammer hat zwar keinen Bluthochdruck wie Hoeneß, ist dafür aber von Geburt an ein Feuerkopf. Einer, der für seinen Verein und sein Team einsteht und nach außen sowie intern unbequeme Wahrheiten auf den Tisch packt. Eine solche Führungsfigur braucht der FC Bayern München, um endlich die Abnabelung von Hoeneß zu vollziehen.

2. Jugend-Jünger: Als langjähriger DFB-Sportdirektor war Matthias Sammer für den DFB-Nachwuchs zuständig. Nur wenige in der Szene kennen die deutschen Stars von morgen besser als der Dresdner, der bei Dynamo seine ersten Erfolge feierte. Genau dieses Wissen ging den Bayern trotz ausufernder Scouting-Abteilung bislang ab. Teure Transfers mittelklassiger Spieler könnte der Rekordmeister dadurch künftig einsparen.

3. Sieger-Sammer: Matthias Sammer musste seine Karriere wegen einer Knieverletzung früh beenden. Gewonnen hat er dennoch mehr als alle aktuellen Bayern-Spieler. Sammer war Europameister und Champions-League-Sieger, dazu natürlich mehrfacher Deutscher Meister. Sammer ist ein intelligenter Leitwolf, der die heute gefragten flachen Hierarchien mit seiner Führungsspielermentalität updaten kann. Siegermentalität hat Sammer so reichlich, dass er Schweinsteiger & Co. davon sicher etwas abgibt. Nur Elfmeterschießen, das konnte auch Sammer nicht.

4. Philosophie-Papst: Unter Jupp Heynckes und Christian Nerlinger fehlte dem Klub von der Säbener Straße eine Identität, ein Konzept, das der Verein verkörpert. Beim DFB hat Matthias Sammer eine solche Philospophie in der Nachwuchsarbeit etabliert. So wird der neue Sportdirektor auch in München für einheitliche Strukturen und bessere Verzahnung zwischen Unterbau und Profiabteilung sorgen.

5. Macher Matthias: Auf dem Rasen gehörte Sammer zu der seltenen Spezies Spieler, die genauso gut die Ärmel hochkrempeln konnten wie ein Spiel und eine Mannschaft lesen und lenken – ein explosiver Mix aus Jens Jeremies und Bastian Schweinsteiger. So ähnlich funktioniert der Typ Sammer noch immer. Ganz sicher wird sich Sammer nicht der Frage stellen müssen, was genau denn eigentlich seine Aufgabenbereiche seien. Sammer ist einer, der sich mit mehr Leidenschaft in seinen neuen Job reinknien wird, als manchem in München lieb ist. Wenn der profillose Nerlinger im übertragenden Sinne mit Slickreifen unterwegs war, zieht Sammer jetzt die Rallyebereifung über.

 

 

Quelle: NewsSport NewsNeuer Bayern-Sportboss – Sieger-Sammer wird Münchens Motzki

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