Loveparade-Katastrophe: Duisburger Polizei machte offenbar schwere Fehler

Knapp zehn Monate ist nun die Katastrophe bei der Duisburger Loveparade 2010 her. Möglicherweise ist diese durch gravierende Fehler der Polizei mitverursacht worden. Denn wie der „Spiegel“ unter Berufung auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg berichtet, habe ein Schichtwechsel der Bereitschaftspolizei in der besonders kritischen Phase ein Eingreifen der Sicherheitskräfte verhindert.

Demnach haben in der kritischen Zeit nicht ausreichend Beamte zur Verfügung gestanden. Diese hätten verhindern können, dass weitere Menschen in den völlig überfüllten Zugangsbereich strömen. Hier steckten schon Tausende Besucher im Tunnel oder auf der Rampe zum Geländer fest. 21 Menschen wurden schließlich von der Menge zu Tode gedrückt. Wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtet, sei der Schichtwechsel in den ursprünglichen Einsatzplanungen nicht vorgesehen gewesen. Er soll erst durch eine Intervention der Personalvertretung in letzter Minute zustande gekommen sein. Zu diesem Bericht wollte ein Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft keine Stellung nehmen.

Wie der „Spiegel“ weiter berichtet, habe dieser Einsatzbefehl polizeiintern für scharfe Kritik gesorgt. Demnach gehe aus den Aktenvermerken hervor, dass im Vorfeld wiederholt vor den Konsequenzen eines Schichtwechsels gewarnt worden sei. Demnach falle die geplante Ablösezeit am Nachmittag in die „kritische Einsatzphase“ der Veranstaltung, in der man dann nur „eingeschränkt handlungsfähig“ wäre. Bei der Massenpanik seien genau diese Probleme dann eingetreten.

Bild von wkueting

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