Krankenkassen mit Zusatzbeiträgen laufen die Versicherten davon

Das Thema Krankenkassen und ihre Zusatzbeiträge beschäftigte Deutschland über Wochen. Nun haben Hunderttausende Kassenpatienten ihrer Versicherung gekündigt und wechselten einer Umfrage zufolge zu Anbietern ohne Zusatzbeitrag. Die Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) hat in den letzten zwölf Monaten rund 460.000 Versicherte verloren. Wie die „Leipziger Volkszeitung“ nach einer Umfrage mitteilt, ist die Zahl der Mitglieder bis Anfang 2011 auf 5,8 Millionen gesunken.

Um rund 190.000 auf 1,86 Millionen ging die Zahl der Versicherten bei der KKH-Allianz zurück. Eine Sprecherin der Versicherung erklärt dem Blatt: „Ein Großteil der Kündigungen ist auf das Sonderkündigungsrecht nach Einführung des Zusatzbeitrages zurückzuführen.“

Seit dem Frühjahr 2010 verlangen die beiden oben genannten Krankenkassen von ihren Mitgliedern acht Euro pro Monat zusätzlich. Krankenkassen, die ihren Versicherten keinen Zusatzbeitrag abverlangen, konnten dagegen einen deutlichen Zuwachs an Mitgliedern verzeichnen. So stieg die Zahl der Versicherten bspw. bei der Barmer GEK um ca. 100.000 Versicherte auf 8,6 Millionen, bei der IKK Classic um ca. 46.000 Versicherte auf 1,86 Millionen und bei der Techniker Krankenkasse (TK) um ca. 339.000 Versicherte auf 7,6 Millionen.

Bild von labormikro

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Comments

  1. Naja das den Kassen die Mitglieder weglaufen kann ich schon verstehen.
    Ich war auch sehr lange bei der DAK. Jetzt bin ich bei der TK und bin genauso zufrieden.
    Zusätzlich spare ich die 8 Euro auch noch ein.
    Da frage ich mich wirklich wie diese Kassen wirtschaften die den Zusatzbeitrag nehmen. Wo bleibt die ganze Kohle. Vielleicht sollten diese Kassen auch mal ihre inneren Strukturen neu bewerten und gegebenfalls auch umgestalten.

  2. Karlheinz Bodag says:

    Na, ist doch klar – wenn man wie in meinem Fall zusätzlich 5 % der nach Abzug der Festkosten verbleibenden Rente als Zusatzbeitrag zahlen muss und in Kürze eine nochmalige Aufstockung in gleicher Höhe erfolgen soll, bleibt auch nach mehr als dreißig Jahren DAK-Mitgliedschaft nur der Wechsel zu einer vernünftiger wirtschaftenden Kasse wie der TK.

  3. Na endlich werden einige vernünftig und stimmen durch wechsel ab. Nur so kapieren die herren (und damen) auch, dass wir versicherte uns nicht mehr alles gefallen lassen. 2 kk für jedes bundesland würden genügen, dann ließe sich auch noch einiges an verwaltungskosten sparen. auch die Gehälter dieser so genannten leistungsträger noch auf ein erträgliches maß gestuzt und schon ist mehr geld für die versicherten da. wenn dann noch A L L E in das system einzahlen müßten (so auch bei der rentenversicherung) wäre das system gerettet. Wer meint, dass er einbettzimmer, chefarzt ect. braucht, kann das ja zusätzlich versichern und nur dazu sind meines erachtens die privaten versicherungen da.

  4. Broesel says:

    @J.G. – Sei froh, dass du derzeit noch bei der TK sein kannst. Vielleicht wärst Du vor ein paar Jahren gar nicht berechtigt gewesen, Mitglied der TK zu werden! Eine Kasse, die – im Vergleich zur DAK – einen äußerst lukrativen Versichertenkreis betreut und auch schon seit Jahrzehnten betreut. Der Versichertenkreis der TK setzt sich überwiegend aus gut verdienenden und damit hohe Beiträge zahlenden Versicherten zusammen, die ein geringes Lebensalter haben und dadurch wenig Leistungen beanspruchen. Dies resultiert aus der Vergangenheit der TK, die früher ausschließlich Beschäftigte aus technischen Berufszweigen als Versicherte generierte und andere Versicherte, die in risikostarken – was die Gesundheit betrifft – Berufen beschäftigt waren, für eine Versicherung ablehnte. Wenn eine Kasse also gut zahlende Versicherte hat, die wenig Leristungen beanspruchen, dann kann diese Kasse auch traditionell günstigere Beiträge anbieten! Das hat mit …”wie diese Kassen wirtschaften die den Zusatzbeitrag nehmen” herzlich wenig zu tun und sollte auch einmal unter dem Aspekt bzw. Verhältnis “Beitrag : Leistung” gesehen werden.

  5. Broesel says:

    An alle die als “Allheilmittel” unisono mit Herrn Rösler plädieren: “Kassenhopping, Kassenhopping und nix als Kassenhopping” – ja, das ist die Lösung für das kranken Gesundheitsystem!!! Da muss man persönlich am wenigsten investieren und kann sich aus allen Schwierigkeiten heraushalten. Dass damit aber das gesamte derzeitige Gesundheitssystem mittel- bis langfristig im Sumpf der Lobbyisten versinkt und der normale Bürger sich über kurz oder lang überhaupt keine Krankenversicherung mehr leisten kann, steht auf einem anderen Blatt und muss von Herrn Rösler auch nicht mehr vertreten werden, da die FDP spätestens bei der nächsten Wahl als Partei inexistent ist.

  6. Mich wundert diese Massenflucht nicht! Gerade chronisch Kranke und erwerbsunfähige haben doch das Nachsehen bei den KKs! Ich bin auch KKH Allianz Mitglied! Damals als es noch die BKK Allianz war, war die Welt in Ordnung, seit der Vereinigung mit der KKH ging es nur noch bergab! Und der Vorstand aalt sich in tollen Zusammenschlüssen mit zB der BKK Metro, wobei jeder weiss, das dort ehr die VNs mit den Niedriglöhnen und hohen Krankenständen angesiedelt sind! Aber who care’s, machen ja eh w sie wollen! Ich denke über einen Wechsel in die BKK Finanzen und Wirtschaft nach! Da werden auch noch Leistungen bezahlt, die die KKH nicht mal mehr kennt!

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