Karl-Theodor zu Guttenberg legt Amt des Verteidigungsministers nieder

Karl-Theodor zu Guttenberg hat überraschend am Dienstagvormittag seinen Rücktritt als Verteidigungsminister bekanntgegeben. Der 39-Jährige reagierte damit auf den Druck der Plagiatsvorwürfe gegen seine Person.

„Es ist mir aber nicht mehr möglich, den in mich gesetzten Erwartungen mit dem mir notwendigen Maß an Unabhängigkeit in der Verantwortung gerecht zu werden“, so Guttenberg in Berlin. „Insofern gebe ich meinen Gegnern gerne recht, dass ich tatsächlich nicht zum Selbstverteidigungs-, sondern zum Minister der Verteidigung berufen wurde.“ Guttenberg wirkt gefasst. „Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel hält sich derzeit auf der CeBit in Hannover auf. Bei ihrem Rundgang am Vormittag hatte sie diesen überraschend unterbrochen und längere Zeit telefoniert. Die Kanzlerin stimmte sich dem Vernehmen nach mit CSU-Chef Horst Seehofer und FDP-Chef Guido Westerwelle ab.

Hintergrund des Rücktritts des Verteidigungsministers ist der Vorwurf, er habe Teile seiner Doktorarbeit ohne korrekte Quellenangaben abgeschrieben. Die Universität Bayreuth hatte daraufhin Guttenberg den akademischen Titel abgenommen. Zunächst bezeichnete der Minister die Vorwürfe als „abstrus”, später gab er dann gravierende handwerkliche Fehler zu.

Bild von Bundeswehr-Fotos

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Comments

  1. wapuschel says:

    Prima, der erste Schritt ist damit getan.
    Wenn G. jetzt wie jeder andere normale Mensch auch, seine Betrügereien auch strafrechtlich sühnt und wie jeder andere normale Bundeswehrreservist auch, degradiert wird ( zum Obergefreiten d.R.), dann ist es auch genug und G. hat ne neue Chance verdient.

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