Italien: Eilverfahren gegen Silvio Berlusconi wegen Ruby-Sexaffäre

Wegen der Sexaffäre um eine junge Marokkanerin muss sich der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi in einem Schnellverfahren vor Gericht verantworten. Richterin Cristina Di Censo ließ die Anklage gegen Berlusconi am Dienstag in Mailand zu. Die Anklagepunkte lauten Umgang mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch. Das entschied die Ermittlungsrichterin auf Antrag der Staatsanwälte. Die erste Anhörung findet am 6. April statt. Bis zu 15 Jahre Haft im Falle einer Verurteilung drohen Berlusconi. Für Amtsmissbrauch drohen bis zu zwölf Jahre Gefängnis, für Prostitution mit Minderjährigen höchstens drei Jahre.

Berlusconi wird verdächtigt, bei Partys in seiner Villa Arcore die damals minderjährige Ruby für Sex bezahlt zu haben. Zudem soll er im Mai vergangenen Jahres sein Amt missbraucht haben, als der 74-Jährige Rubys Freilassung erwirkte. Ruby soll wegen Diebstahlverdachts in Polizeigewahrsam gewesen sein. Berlusconi weist alle Vorwürfe von sich. Auch die mittlerweile volljährige Ruby bestreitet eine sexuelle Beziehung zu Italiens Regierungschef.

Den Vorstoß der Anklage halten Berlusconis Anwälte für verfassungswidrig, da die Staatsanwaltschaft nicht zuständig sei. Zuvor hatte das Parlament mit Berlusconis knapper Mehrheit bereits Durchsuchungen bei dem „Kassenwart“ des Regierungschefs in Zusammenhang mit der Anklage abgelehnt.

Bild von europeanpeoplesparty

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