IAEA: Japan hat Tsunami-Gefahr unterschätzt‎

Das Fazit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zum Unglück in Japan fällt gemischt aus. Die Flutwelle soll laut IAEA nun doch die direkte Ursache für das Desaster am Akw Fukushima sein.

Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde habe Japan die Gefahr für das Küstengebiet am Akw Fukushima durch einen Tsunami unterschätzt, so die „Financial Times Deutschland“. Die Zeitung beruft sich dabei auf den Entwurf eines Berichts der Organisation zur Atomkrise, den ein IAEA-Team der japanischen Regierung überreichte. Demnach sei der bis zu 14 Meter hohe Tsunami vom 11. März ganz offensichtlich die direkte Ursache für das Desaster im Atomkraftwerk Fukushima. Das 18-köpfige Team hatte zehn Tage lang in Japan die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl untersucht. Die IAEA lobte in der Zusammenfassung ihres Entwurfs den Umgang Japans mit der Krise als „beispielhaft“, mahnte aber japanischen Medien zufolge eine bessere Kommunikation an.

Indes treten im Akw selbst neue Probleme auf. Am Dienstag teilte der Betreiber Tepco mit, dass Arbeiter im Meer in der Nähe der abgeschalteten Reaktoren 5 und 6 ausgetretenes Öl festgestellt haben. Der Ölteppich wurde mit Barrieren eingedämmt. Demnach habe sich die Explosion, die Arbeiter am Reaktor 4 hörten, vermutlich an einem Gasbehälter ereignet. Nach Angaben von Tepco sei keine Strahlung ausgetreten. Zudem sorgt in der Atomruine auch hoch radioaktiv verstrahltes Wasser weiterhin für Probleme. Wie Tepco weiter mitteilte, wurde im Wasser am Boden des Reaktors 1 radioaktives Caesium mit Strahlenwerten von zwei Millionen Becquerel pro Kubikmeter gemessen. Demnach wird aktuell vermutet, dass das radioaktive Material von den geschmolzenen Brennstäben im Reaktor stammen könnte und aus dem Druckbehälter austritt. Aufgrund der nun beginnenden Regenzeit bereitet vor allem der rasch steigende Wasserstand Sorgen.

Bild von Newtown grafitti

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