Haßmersheim: Junge Frau angeblich wie Sklavin gehalten

Eine 20-jährige Frau soll im Dorf Haßmersheim im Neckartal ein Jahr lang wie eine Sklavin eingesperrt, misshandelt und gedemütigt worden sein. Der Frau sei erst jetzt die Flucht durch ein geöffnetes Fenster des Mehrfamilienhauses gelungen. Schließlich habe ein Sondereinsatzkommando die mutmaßlichen Täter, eine dreiköpfige Familie, überwältigt und festgenommen. Das berichtet „RTL“.

Wie die Staatsanwaltschaft nach Angaben des Senders mitteilte, sitzt die Familie inzwischen in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe. Die 20-Jährige soll von der Familie monatelang im Haus eingeschlossen und mit Gewalt und Drohungen zur Hausarbeit gezwungen worden sein. Demnach wurde die Frau rund um die Uhr mindestens von einem Familienmitglied bewacht, um ihre Flucht zu verhindern. Da der Vater der Familie als gewalttätig eingeschätzt wurde, hat man das Sondereinsatzkommando hinzugezogen. „Ich bin bestürzt, dass sowas in unserer Gemeinde möglich ist“, zitiert „RTL“ Bürgermeister Marcus Dietrich. „Man denkt nicht, dass das im Dorf passiert, dass jemand über Monate gefangen gehalten wird und fliehen muss. Unvorstellbar, dass das bei uns passiert – aber offenbar war es so.“

Im Dorf war die Familie nicht sonderlich bekannt, da sie erst vor drei Monaten aus dem Rhein-Neckar-Kreis in die Gemeinde gezogen sei und keine Kontakte zu den Nachbarn pflegte. „Die junge Frau war nicht bei uns gemeldet“, erklärte Dietrich weiter. Derzeit ist noch nicht klar, warum die 20-Jährige bei der Familie war. Nach Angaben des Senders sei sie nicht entführt worden, sondern zunächst freiwillig zur Familie gekommen. Zudem blieb offen, ob die Familie mit der Frau den Wohnort gewechselt hatte. Zum Schutz der Frau und der mutmaßlichen Täter wollten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine näheren Angaben machen.

Bild von owlhere

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