GOCE-Mission: Erde ist eine Kartoffel

Anders als das auf vielen Bildern von der Erde zu sehen ist, ist sie bei genaueren Betrachtung keine runde Kugel, sondern hat Beulen sowie Dellen und ähnelt einer Kartoffel. Der Satellit GECO misst das Schwerefeld des Planeten so exakt wie nie zuvor. Wissenschaftler in München präsentierten aktuelle Ergebnisse der ESA-Mission.

Die GOCE-Mission ist ein Satellitenprojekt der europäischen Raumfahrt ESA und spiegelt im Wesentlichen die Verteilung der Masse im Erdinnern wider. Der „Gravity Field and Steady-State Ocean Circulation Explorer“, so der vollständige Name des Satelliten, hatte zwei Jahre lang die Gravitation der Erde so genau vermessen wie noch nie zuvor. Dabei ist ein ganz besonderes Bild der Erde herausgekommen, das von vielen Experten lapidar als Kartoffel bezeichnet wird. Roland Pail, Professor an der TU München und verantwortlich für die Berechnung der Schwerefelder bei der GOCE-Mission, nennt es wissenschaftlich „Geoid“. Dabei handelt es sich um eine hypothetische Vorstellung des Meeresspiegels im Ruhestand, die nur durch Gravitation beeinflusst wird. Die Dellen entstehen an Stellen, an denen die Schwerkraft geringer ist, und die Beulen sieht man, wo die Anziehungskraft größer ist. Das liegt darin begründet, dass die Masse im Inneren nicht überall gleich verteilt ist.

Nach Angaben von Pail kann man derzeit auf 100 Kilometer Wellenlänge auf fünf Zentimeter genau sein. Bis Ende 2012 sei es das Ziel, dies auf 2,5 Zentimeter zu verbessern. Um dieses erreichen zu können, müssen die Forscher weitere Daten auswerten. Pail und sein Team haben bereits 70 Millionen Gleichungen mit 65.000 Unbekannten mit speziellen Computern gelöst, weitere 150 bis 200 Millionen Gleichungen warten noch.

Bild von FlyingSinger

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