FDP-Politiker Chatzimarkakis verliert seinen Doktortitel

Jorgo Chatzimarkakis verliert seinen Doktortitel. Wie die Universität Bonn nach einem Beschluss des philosophischen Fakultätsrates am Mittwoch mitteilte, seien bei der Prüfung seiner Dissertation  in „zahlreichen Fällen aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten entlehnte Passagen“ gefunden worden, die nicht als wörtliche Übernahmen gekennzeichnet wurden.

Demnach stamme mehr als die Hälfte des Textes seiner Dissertation aus fremden Federn. Chatzimarkakis hatte sich stets vehement gegen die Vorwürfe gewehrt. Der FDP-Politiker konnte die Aberkennung des Doktortitels in einer Stellungnahme nur bedingt nachvollziehen. Die Dissertation sei ein „Grenzfall“ gewesen, so der 45-Jährige. Demnach habe er stets die Quellen genannt, „jedoch ohne Gänsefüßchen“. Genau diese Vorgehensweise wurde nun von der Hochschule kritisiert. Chatzimarkakis habe Texte anderer Autoren in seiner Dissertation eingefügt, deren Anfang und Ende jedoch nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Der Politiker habe lediglich am Ende der Passagen in einer Fußnote die Belegstelle genannt. Chatzimarkakis hatte im Jahr 2000 seine Doktorarbeit unter dem Titel „Informationeller Globalismus. Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des elektronischen Geschäftsverkehrs“ vorgelegt.

Jorgo Chatzimarkakis reagierte frustriert auf die Aberkennung seines Doktortitels. „Diese Entscheidung ist sehr bitter für mich“, so der 45-Jährige. Er wolle nun aber beweisen, dass er aus Fehlern lernen könne. Daher sei er bereit, „eine erneute Doktorarbeit in Angriff zu nehmen.“

Bild von freiheitsfreund

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