FDP-Europaabgeordneter Jorgo Chatzimarkakis unter Plagiatsverdacht

Die Plagiatsjäger von „VroniPlag“ sind dem FDP-Europaabgeordneten Jorgo Chatzimarkakis auf der Spur. Nach Angaben der Plagiatsfahnder findet man in der Doktorarbeit Chatzimarkakis‘ auf fast 22 Prozent der Seiten Plagiate. Im Jahr 2000 wurde die Arbeit mit dem Titel „Informationeller Globalismus. Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des elektronischen Geschäftsverkehrs“ von der philosophischen Fakultät der Universität Bonn anerkannt. Die Hochschule teilte mit, dass Chatzimarkakis den Dekan der philosophischen Fakultät gebeten habe, die Arbeit darauf zu überprüfen, ob sie den Ansprüchen der Universität Bonn an gutes wissenschaftliches Arbeiten genüge.

„VroniPlag“ hat den FDP-Europaabgeordneten informiert und Chatzimarkakis nimmt auf seiner Homepage Stellung. In seiner Erklärung heißt es, dass die jüngsten Debatten über die Doktorarbeiten deutscher Politiker ihn für dieses Thema sensibilisiert hätten. In seiner Promotion, die auch im Internet zu finden sei, habe er nach aktueller Prüfung verschiedene Zitierweisen verwendet: Teilweise seien Zitate kursiv eingerückt, mit Anführungszeichen versehen und durch Fußnoten ausgewiesen. Andere Zitate hingegen seien nicht kursiv, sondern eingerückt und mit Anführungszeichen versehen sowie durch Fußnoten ausgewiesen. Zudem habe er auch im Fließtext Zitate verwendet, diese nicht eingerückt und ohne Anführungszeichen, aber durch Fußnoten gekennzeichnet. Er räumt ein, dass diese drei unterschiedlichen Zitierweisen „Raum für Spekulationen“ schaffen. „Ich habe deshalb die Universität Bonn auf die von mir angewandte Zitationsweise explizit hingewiesen. Ich habe auch die Professoren, die mich seinerzeit an der Universität Bonn betreut haben, bereits entsprechend informiert“, so Chatzimarkakis.

Von 2002 bis 2008 hatte der 45-Jährige einen Lehrauftrag im Fachbereich Informationswissenschaften an der Universität des Saarlandes. Nach Angaben auf seiner Homepage ist er seit 2007 Gastdozent an der NRW-School of Governance in Duisburg.

Bild von Ariane Middel

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Comments

  1. sinned says:

    Wie es aussieht haben wohl die Mehrheit der Politiker bei Ihren Dr. Arbeiten betrogen.
    Das erklährt auch die völlig diletantische art ein Land zu regiern, oder soll ich lieber sagen runterzuwirtschaften.

    • Dr. U. B. says:

      Runterwirtschaften? Jeder kann Doktor werden, wenn er zitieren kann? Diletanten? Da fehlt mir der Weitblick. Geht es uns denn so schlecht? Krise überstanden, sinkende AL-Zahlen, steigende Einkommen usw. Das ist mir zu billig und zu zynisch. Schaut mal auf unser Land und sagt, dass es im Vergleich wirklich gut dasteht!

      • tacko says:

        Bin ganz ihrer Meinung.In Deutschland ist es zur Zeit Sitte,alles schlecht zu reden und sich selbst runter zu machen.

      • Dipl.J.W. says:

        Sie mögen vordergründig Recht haben. Alles ist aber nur über einen hohen Schuldenberg geschaft worden. Diesen, in den letzten Jahren überproportional angestiegenen Berg, werden auch in hundert Jahren unsere Kinder nicht mehr abtragen können. Wo führt das hin.

  2. Wenn ich in 22 Prozent einer Doktorarbeit irgendwelche Zitate einfüge, ist diese Arbeit nichts wert!
    Es kommt einem so vor das mittlerweile jeder der lesen, schreiben und kopieren, sorry zitieren kann sich einen Doktortitel holen kann
    ich glaube ich sollte auch mal ein paar Zitate in meinen Lebenslauf einfügen, dann werde ich auch DR. Profesor von bla bla bla

    ach ja, wenn die brieftasche nicht währe

    • tacko says:

      @tomy
      Ehe ich mich an eine Doktorarbeit wagen würde,hätte ich mich erst mal in Orthographie und Grammatik kundig gemacht.

  3. 22% einer Arbeit != auf 22% der Seiten einer Arbeit…nur mal so nebenbei und quantitativ lässt sich nicht, oder nur sehr begrenzt über den Wert einer Arbeit urteilen.

    Im übrigen ist es unerheblich welche Art und Weise beim Zitieren verwendet wird, solange die Quelle im Literaturverzeichnis auftaucht und ein Verweis an der entsprechenden Stelle im Text existiert.

    Das oben Formulierte klingt wieder mal nach billiger Ausrede und lässt schon wieder einen baldigen Rücktritt erwarten.

  4. Gerhard Hincke says:

    Interessant ist, dass bislang offenbar nur CSU- und FDP-Politiker von Plagiatsvorwürfen betroffen sind. Offenbar sind die Grünen, SPD und die Linken nicht betroffen, oh Wunder – entweder weil sie ohne Schuld sind oder aber weil sie “verschont” wurden von den Plagiatsjägern.

    • Andreas says:

      Dafür können die Grünen, die SPD und die Linken nichts, wenn die CSU- und FDP-Anhänger keine Texte nebeneinander legen und vergleichen können. Meine recht naive Vorstellung der Arbeitsweise eines Plagiatjägers mögen mir verziehen werden. Meine politische Meinung bitte auch, die man hier vielleicht meint herauszuhören, da ich keine habe. Wenn ich allerdings wählen müsste, dann würde ich mich für einen guten König entscheiden.

  5. Ist schon arg seltsam, dass nur CDU,CSU und FDP Politik enttarnt werden…sieht für mich nach einer lancierten Aktion aus.

  6. Heiko says:

    Was mich einmal brennend interessieren würde: WIE stoßen diese selbsternannten “Plagiatsjäger” auf solche Doktorarbeiten von Leuten, die weder in den Medien noch sonst irgendwo namentlich auftauchen (sieht man mal von Guttenberg ab, kennt die Leute doch kein Mensch)???

    Woher nehmen so viele Leute so viel Zeit, um sich sowohl auf die Suche nach solchen Arbeiten zu machen, als auch sie noch zu untersuchen?

    WER sind diese “Plagiatsjagdgerechtigkeitsfanatiker” und wer sagt denen, dass die Quellen, aus denen die Zitate stammen, nicht auch in anderen, älteren Literaturen zu finden, also eigentlich auch nicht deutlich gekennzeichnete Ziate sind?

    Sind es Studenten oder gar Hartz-4-Empfänger, die eindeutig besseres tun sollten, als ihre Zeit für solchen Humbug zu verschwenden… Studenten sollten schleunigst zusehen, dass sie ihr vom Steuerzahler mitfinanziertes Studium beenden und die anderen Konsorten sollten sich doch lieber um Arbeit kümmern, anstatt weiterhin dem Steuerzahler auf der Tasche zu liegen. Andere Gruppierungen, die so ein Unmaß an Zeitr haben, fallen mir nicht ein, und mir fällt auch niemand ein, der so einen Unfug finanzieren würde…

    Und wieso tauchen diese “Geisterjäger” erst jetzt auf und nicht schon Jahrzehnte früher??? Oder will mir jemand weis machen, dass erst jetzt in Doktorarbeiten geschlampt, geschummelt und betrogen wird? Da kann ich ja nur lachen!

    Also bleibt die alles entscheidende Frage: WEM nützt diese unsinnige Jagd und wer vergeudet wertvolle Zeit damit???

    Und den Universitätsinquisitatoren sei gesagt: IHR habt doch die Arbeiten vorher genau studiert, ehe ihr sie benotet habt. Oder etwa nicht??? Wenn nicht, dann seid ihr doch ebenso schuldig und verlogen, wie die Plagiatoren…

    • Mir reichts says:

      Eines ist doch wohl klar, wenn jemand in seiner Arbeit wie vorgeschrieben korrekt zitiert hat hat er auch keine “Plagiatsjagdgerechtigkeitsfanatiker zu fürchten” oder????
      Ist doch scheißegal, ob sich Studenten oder Hartz 4 Empfänger die Arbeit machen, daß soetwas
      notwendig ist zeigen die Ergebnisse.
      Herr Chatzimarkakis hat am Fall “von und zu und auf und davon Guttenberg” erkannt, daß Leugnen
      nichts bringt und versucht es nun mit einer neuen Strategie, offensiv in die Öffentlichkeit gehen.
      Das wird hoffentlich genauso scheitern wie seine Vorgänger. Er habe “schlampig zitiert”, was ist dann seine Arbeit eigentlich noch wert, dann hat er den Dr.schlamp. verdient und sonst nichts.

  7. Hermann Augustin says:

    Jawolllll, “mir reichts” hat Recht. Der Auftritt des FDP-Mannes Chatzimarkakis gestern im TV bei “Lanz” war entlarvend und hochpeinlich. Auch er sollte schnell seinen Hut nehmen und Buße tun.

    Wie verhält es sich eigentlich mit der Doktorarbeit von Frau Merkel?

    Akademisch gebildete Menschen sollten über eine überdurschnittliche Intelligenz verfügen und die Konsequenzen ihres Handelns bedenken.
    Die “christliche” Marionette von Ackermann und Co., die sich öffentlich über den Tod eines Menschen freut, lässt allerdings diiese Eigenschaften vermissen.

  8. Mir reichts says:

    An die Adresse von “Heiko”:

    Abfälliger geht es kaum noch, Studenten, Hartz 4 und diese ganzen arbeitsscheuen “Konsorten”, die nur auf unsere Kosten leben….lebensunwertes Leben nicht wahr?? Passen sie auf, vielleicht sind sie mal schneller auf Hartz 4 Niveau als sie je gedacht haben, dann gehören sie nämlich auch zu diesem
    Abschaum und leben vom Steuerzahler.
    Das sie nicht falsch kombinieren, ich bin kein “Hartzer”, habe aber 2 Diplomarbeiten geschrieben und richtiges Zitieren war ein Gebot wissenschaftlicher Fairneß.

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