Ex-Vizepräsident der Uni Bayreuth spricht von „Treibjagd“ gegen Guttenberg

Walter Schmitt-Glaeser, früherer Vizepräsident der Universität Bayreuth, hat seine ehemalige Hochschule öffentlich kritisiert und den ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verteidigt. In einem offenen Brief, der der „Bild“-Zeitung vorliegt, bezeichnet er den Umgang mit Guttenberg als „Treibjagd“.

„Mit jedem anderen Doktoranden wäre die Universität anders umgegangen“, erklärte Schmitt-Glaeser gegenüber der Zeitung. Demnach sei es zwar richtig gewesen, dem Politiker den Doktortitel abzuerkennen. „Aber was jetzt passiert, ist eine einzige Treibjagd“, erklärte er weiter. Mit der angekündigten Veröffentlichung des Kommissionsberichts habe die Uni Bayreuth die Fürsorgepflicht für ihren ehemaligen Doktoranden massiv verletzt. Nach der Aberkennung des Doktortitels habe die Universität demnach keine Berechtigung mehr gehabt, die Sache weiter zu verfolgen. Durch ihr Vorgehen habe sie „Herrn zu Guttenberg in seiner gesellschaftlichen Existenz schwer beschädigt“, so Schmitt-Glaeser.

Am Mittwoch will die Universität Bayreuth den Abschlussbericht zur Plagiatsaffäre veröffentlichen. In dem Bericht kommt die Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ zu dem Schluss, dass der ehemalige Verteidigungsminister bei seiner Doktorarbeit die Prüfungskommission vorsätzlich getäuscht und die Standards guter wissenschaftlicher Praxis grob verletzt hat. Am 23. Februar hatte die Uni Guttenberg den Doktortitel aberkannt. Der 39-Jährige legte dann am 1. März sein Ministeramt nieder.

Bild von Bundeswehr-Fotos

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Comments

  1. notna says:

    Nicht noch was blöderes und dümeres hätte der Uni Bayreut nicht einfallen können,als dass sie Herrn Guttenberg des Vorsätzlichen täuschens zu beschuldigen.Dies Zeugt von der Dummheit und meiner Meinung von angeborener Blödheit und grenzenloser Arroganz,eigene Fehler zu vertuschen,wei meiner Meinung nach,hier grenzenlose Faulheit und Dummheit der Uni Bayreut am Werk waren,um sowas überhaupt durchgehen zu lassen.Ich würde meinen Kindern nie erlauben, auch nur einen Fuß auf deren Gelände zu setzen. die mögen zwar gut Singen können aber lehren und Prüfen, Pfui-T…..

    • M.Spies says:

      Wenn die Plagiatjäger so intensiv vorgegangen wären bei den”Doktorarbeiten”von Herrn Gysi und
      Frau Enkelmann,die ihre “Doktorarbeiten”vom SED-Parteilehrjahr abgeschrieben haben wäre nichts
      dazu zu sagen.Außerdem gibt es einige hundert “Doktoren”,die ihre Promotion auf der juristischen
      Hochschule der Stasi in Potsdam erworben haben und heute sich immer noch Dr.jur titulieren können
      wäre es noch zu ertragen.Aber diese Plagiatjäger wollen ja keine Nestbeschmutzer sein.

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