Burnout und psychologische Probleme auf dem Vormarsch

In Deutschland leiden immer mehr Arbeitnehmer an psychischen Erkrankungen und können aus diesem Grund nicht arbeiten. Im vergangenen Jahr war fast jeder zehnte Fehltag auf diese Erkrankungen zurückzuführen. Das entspricht einem Anstieg von rund 80 Prozent gegenüber 1999.

Das ist das Ergebnis einer Analyse der Krankmeldungen von über zehn Millionen berufstätigen AOK-Versicherten. Am Dienstag stellte das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in Berlin diese Ergebnisse vor. Der Krankenstand lag wie im Vorjahr insgesamt bei 4,8 Prozent. Dabei kommen aber immer mehr Fälle von Stress, Burnout und totaler Erschöpfung hinzu, die meist nicht als psychische Erkrankung, sondern eher gesondert diagnostiziert werden. Hochgerechnet auf alle gesetzlich versicherten Beschäftigten in Deutschland waren im vergangenen Jahr knapp 100.000 Menschen mit Burnout krankgeschrieben. Das Institut teilte weiter mit, dass seit 2004 die Fehltage aufgrund eines Burnouts um fast das Neunfache auf insgesamt 1,8 Millionen angestiegen sei. „Zeitdruck und Stress nehmen offenbar zu, und die Gefahr besteht, dass die Menschen von zwei Seiten gleichzeitig ausbrennen, vom Beruf her und durch familiäre Belastungen“, so der stellvertretender Geschäftsführer des WIdO, Helmut Schröder.

Dabei sollen besonders Frauen mittleren Alters betroffen sein. Demnach seien sie doppelt so oft krankgeschrieben, wie ihre männlichen Kollegen (102 gegenüber 50 Fehltage). Besonders bei Mitgliedern aus erzieherischen und helfenden Berufen sei die Zahl der Fehltage hoch. Zudem teilte man mit, dass auch Telefonisten offenbar häufig wegen Burnout, Erschöpfung und Stress fehlen, da sie unter großem Druck stehen.

Bild von labormikro

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • StumbleUpon
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Yahoo! Buzz
  • Twitter
  • Google Bookmarks

Kommentar verfassen