Bundeskartellamt: Keine Absprachen – Tankstellen verstehen sich blind

Am gestrigen Donnerstag stellte das Bundeskartellamt die 228 Seiten starke Studie zum Kraftstoffmarkt in Deutschland offiziell vor. Dabei kommt man zu dem Schluss, dass die fünf großen Tankstellenbetreiber BP (Aral), ConocoPhilipps (Jet), ExxonMobil (Esso), Shell und Total in Deutschland ein marktbeherrschendes Oligopol bilden. Sie verkaufen 65 Prozent der Kraftstoffe.

„Die Konzerne machen sich gegenseitig keinen wesentlichen Wettbewerb. Bei solchen Marktstrukturen bedarf es nicht zwingend einer Absprache. Die Unternehmen verstehen sich ohne Worte. Das führt zu überhöhten Preisen“, so Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Demnach erlaube die oligopolistische Struktur den Konzernen, durch Beobachtung der anderen Marktteilnehmer die Preise an den Tankstellen fast einheitlich zu bewegen. An 400 Stationen der insgesamt 19 Mineralölunternehmen wurden während einer langjährigen Untersuchung Preisänderungen beobachtet. Dabei stellte man fest, dass in der Regel Aral oder Shell die Preise als Erste erhöhen. Im Anschluss folgen jeweils andere Unternehmen, die drei Stunden später nachziehen. Die übrigen Anbieter folgen in festen Zeitkorridoren.

Dem Bundeskartellamt sind allerdings für echte Preiskorrekturen die Hände gebunden. Man könne selbst keine Preise diktieren. Es werde aber versucht, eine weitere Konzentration zu verhindern, „damit die Oligopolisten ihre Marktmacht nicht missbräuchlich ausnutzen“, so Mundt weiter. Belege für Preisabsprachen konnte die Behörde nicht finden.

Bild von schoschie

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