BUND: Zahlreiche Kitas mit Weichmachern belastet

In Deutschland sind laut einer Studie des Umweltbundesamtes viele Kinder zu stark mit bestimmten Weichmachern belastet. Denn der Studie zufolge sind Deutschlands Kindertagesstätten überdurchschnittlich stark mit hormonellen Schadstoffen belastet. In Berlin gab der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute das Ergebnis einer Studie bekannt. Demnach sind bei zwei Dritteln der Proben eine höhere Gesamtbelastung als in üblichen Haushalten gemessen worden.

Nach Angaben des BUND liegt der Grund für die hohen Werte bei der häufigen Nutzung von Weichmacherprodukten. Dazu zählen Turnmatten, PVC-Böden, Plastiktischdecken oder Gymnastikbälle. Bei einer Untersuchung von 600 Urinproben von Drei- bis 14-Jährigen wurde festgestellt, dass die Mengen über verschiedenen Schwellenwerten lagen. So wurde beispielsweise in rund zwölf Prozent der Fälle beim Dibutyl, wie es in Weichmachern, Lacken und Kapseln vorkommt, der von der europäischen Lebensmittelbehörde empfohlene Höchstwert für die tägliche Dosis (TDI) überschritten. Weichmacher seien generell in allen 600 Proben gefunden worden. Professor Ibrahim Chahoud, Toxikologe an der Berliner Universitätsklinik Charité, erklärte, dass eine hohe Belastung der Kitas mit Weichmachern inakzeptabel sei, denn die Kleinkinder befinden sich in der Entwicklung. Aus diesem Grund reagieren sie besonders empfindlich.

Generell lehnt das Umweltbundesamt die Verwendung von Phthalaten für Spielzeug ab. Phthalate und andere Weichmacher werden in die Kunststoffe gemischt, damit diese biegsam und geschmeidig werden. Nach Angaben des BUND werden rund eine Million Tonnen Phthalate alleine in Westeuropa pro Jahr hergestellt.

Bild von Michael Panse

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