AKW Fukushima: Nach Feuer und Explosion steigt die Strahlung rund um das Atomkraftwerk

Nach einer weiteren Explosion spitzt sich die Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima immer mehr zu und droht außer Kontrolle zu geraten. Diesesmal war Reaktor 2 betroffen. Ob der Reaktorkern dabei beschädigt wurde, ist aktuell noch unklar. Es war bereits die dritte Detonation in den letzten vier Tagen. Zudem brach in Block 4 Feuer aus. Regierungssprecher Yukio Edano erklärte, dass die Strahlungswerte auf dem Kraftwerksgelände inzwischen ein „gesundheitsgefährdendes Niveau“ erreicht haben. Edano erklärte weiter: „Wir reden jetzt über eine Strahlendosis, die die menschliche Gesundheit gefährden kann“.

Edano wich Fragen zu den Auswirkungen auf Tokio aus. Mittlerweile sollen in der Millionenstadt leicht erhöhte Werte gemessen worden sein. Dabei wurden geringe radioaktive Substanzen festgestellt, darunter Cäsium und Jod. Das erklärte die Verwaltung der Metropolenregion. Premierminister Naoto Kan erklärte, dass alle Menschen in einem Radius von 20 Kilometern das Gebiet Fukushima 1 verlassen sollen. Schon am Samstag war das Areal zum Evakuierungsbereich ernannt worden. Zudem sollen alle Bewohner im Radius von 30 Kilometern um die Anlage in geschlossenen Räumen bleiben. Kan bestätigte zuvor, dass in Reaktorblock 4 ein Feuer ausgebrochen sei. Zum Zeitpunkt des Erdbebens war dieser Block für Wartungsarbeiten abgeschaltet. Wie die Regierung mitteilte, werden hier alte Brennstäbe gelagert. Zwar ist nach Angaben der Behörde für Atomsicherheit der Brand inzwischen gelöscht, aber es sei durch diesen Zwischenfall wahrscheinlich, dass weiterer radioaktiver Staub in die Umwelt gelangt sei.

Um 6:10 Uhr (Ortszeit) hat es eine Explosion im Inneren des Reaktorblocks 2 gegeben. Das bestätigte der Betreiber Tepco. Der Austritt der Strahlung könnte mit dem Feuer, als auch mit der Explosion zusammenhängen. Aktuell versucht Tepco, nicht benötigte Arbeiter vom Kraftwerksgelände zu bringen. Tepco hat, nachdem die konventionelle Kühlung des Reaktors 2 ausgefallen war, diesen vorübergehend mit Meerwasser versucht zu kühlen. Mittlerweile scheint allerdings klar zu sein, dass die Brennstäbe mindestens zweimal vollständig freilagen. Das akute Risiko einer Kernschmelze ist durch einen solchen Fall deutlich erhöht. Daher konnte auch ein Unternehmenssprecher nicht mehr ausschließen, dass es nicht schon zu einer Kernschmelze gekommen sei.

Bild von Susonauta

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • StumbleUpon
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Yahoo! Buzz
  • Twitter
  • Google Bookmarks

Kommentar verfassen