Aktionsrat Bildung: Deutsche Lehrer sind oft überlastet

In seinem Jahresgutachten „Bildungsreform 2000 – 2010 – 2020“ fordert der Aktionsrat Bildung mehr Bildungsqualität und Chancengleichheit. Der 2005 auf Initiative der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft gegründete Aktionsrat Bildung wollte unbequem sein – und das ist ihm wohl auch gelungen. Man fordert ein größeres Engagement in Sachen Bildungspolitik und mehr Investitionen. Sieben namhafte Bildungsexperten gehören dem Aktionsrat an, so unter anderem Bettina Hannover, Wilfried Bos und Manfred Prenzel. Vorsitzender des Rats ist der Präsident der Universität Hamburg, Dieter Lenzen.

Das deutsche Bildungssystem habe zwar in den vergangenen zehn Jahren seine Reformfähigkeit unter Beweis gestellt, das Leistungsbewusstsein sei gestiegen und die Testwerte der Schüler hätten sich verbessert. Doch die Dozenten, Professoren und Lehrer hätten „ohne Kompensationen bis an ihre Leistungsgrenze“ gehen müssen, so Lenzen. Der Präsident der Uni Hamburg und seine Mitarbeiter bemängeln zudem in ihrem neuen Jahresgutachten, dass Teile der Lehrerschaft aufgrund unausgegorener Reformwellen schon in eine „innere Emigration“ gingen. Damit die Qualität des Unterrichts besser kontrolliert werden kann, empfiehlt man regelmäßige Schulinspektionen. Die Liste der Mängel ist auch in diesem Jahr lang. Man stellte die Ungerechtigkeit des Bildungssystems, zu wenige Ganztagsschulen und zu wenige Förderungsangebote von Kindern im vorschulischen Bereich fest.

Der Tenor des Jahresgutachtens wird schnell klar: Zwar ist das Engagement, der grundsätzliche Wille aufseiten der Schulleiter und Lehrer da, doch es fehle an finanzieller Unterstützung. Demnach sei im Vergleich zu anderen EU-Staaten die deutsche Politik nicht besonders großzügig.

Bild von Artshooter

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