Aids-Studie: Früher Medikamenteneinsatz senkt Infektionsrisiko

Eine Studie des „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ kommt jetzt zu dem Schluss, dass die frühzeitige Behandlung von HIV-Infizierten die Gefahr einer Übertragung des Virus auf einen Partner drastisch verringern kann. Demnach sank bei entsprechender früher Gabe von Medikamenten die Ansteckungsgefahr um 96 Prozent.

Über mehrere Jahre hatten die Wissenschaftler rund 1800 Paare in Afrika, Asien und den USA beobachtet. Eigentlich sollte die Studie erst in vier Jahren beendet werden, wegen der klaren Ergebnisse seien die Tests aber vorzeitig abgeschlossen worden. Erstmals wird durch eine Studie belegt, dass eine frühzeitige Behandlung zweierlei Nutzen hat: So nützt sie nicht nur dem Kranken selbst, sondern kann die Ausbreitung des Virus durch sexuelle Kontakte erschweren. Demnach kann die antiretrovirale Behandlung „eindeutig die Übertragungsmöglichkeit senken und wir können diese Krankheit unter Kontrolle bringen“, so Kathleen Squires, Vorsitzende der „HIV Medicine Association“.

Vor sechs Jahren wurde mit der Studie begonnen. Dabei wurde einer Hälfte der Infizierten ein Mix aus Aids-Medikamenten verabreicht. Die andere Hälfte bekam erst zu dem Zeitpunkt Medikamente, als eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eintrat. Im April diesen Jahres wurden bei der Bestandsaufnahme insgesamt 39 Neuinfektionen festgestellt. In mindestens 28 Fällen wurde der Virus direkt vom Partner übertragen. 27 Personen davon hatten den Virus von einem Partner bekommen, der die Medikamente später oder erst gar nicht eingenommen hatte.

Bild von FredoAlvarez

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